Über die letzten 20 Jahre kann man sicher noch keine Biografie schreiben, aber jene die mich schon etwas länger kennen, wissen das einiges passiert ist. Daher gibt es heute mein Leben im Überblick:
-1989 Der größte Gartenzaun Deutschlands fällt um. Ansich unwichtig verglichen mit dem was sich im beschaulichen Grevenbroich abspielt: hier wird der erste Sohn von Astrid Grunewald geboren, deren erster Gedanke nach der Geburt weiteren Kindern gilt. Warum sie sich dennoch dagegen entschieden hat? Ja was weiß ich?
-1990 Inzwischen weiß der Kleine wo oben und unten ist und ist sich bereits sicher das er nicht unten bleiben will. Der gesunde Verstand ist bereits jetzt zu erkennen.
-1991 Langsam aber sicher wird sich Klein-Cedric der diktatorischen Herrschaft seiner Schwester bewusst. Dramatische Filme zeugen noch heute von gnadenloser Unterdrückung. Na DIE wird sich noch umgucken.
-1992 Im planen der späteren Karriere meint Cedric das Haus nicht ohne Chauffeur verlassen zu können und gräbt den Kinderwagen wieder aus. Mit dem Lachen von Mutters Freundinnen werden ihre Töchter schonmal als Sekräterinnen vorgemerkt. Urlaub ausgeschlossen!
-1993 Langsam gehört Denken zwar zum Tagesablauf, ist aber irgendwie anstrengend. Und: in China fällt ein Sack Reis um. Ganz sicher.
-1994 Wohnen in Köln sieht Cedric langsam nicht mehr als cool an. Wuppertal ist sicher viel cooler. Und sonniger bestimmt auch.
-1995 BOAH F**K so'n Piss-Wetter!
-1996 Merke: 50m Schulweg lassen einen noch lange nicht pünktlich zum Unterricht erscheinen wenn man erst um 5 vor 8 aufsteht.
-1997 Im Sommer (Zugezogene nicht wundern: den gabs damals noch in Regental) versinkt der inzwischen beachtlich herangewachsene Junge, in seinem Zimmer so lange in Donald Duck-Comics, dass die Sonne längst weg ist als er herauskommt. Der Anfang einer beispielosen Karriere als Kellerkind.
-1998 Wo fühlen sich Kellerkinder in der Regel wohl: in PC-nähe. Die wahre Einstiegsdroge heißt Age of Empires 2 und besiegelt das Schicksal von hirnlosem Gerede mit Gleichgesinnten und vornehmster Blässe.
-1999 Mein erster Tag am Gymnasium: Mann, hier ist es drinnen so grau wie draussen! Hassfach: Mathe.
-2000 Millenium wird zum Modewort und Cedric Opfer der Modefrisur Marke Igel.
-2001 In der Schule gilt man plötzlich als Schwul, doch auch der Konsum von bösen Killerspielen bringt keinen Amoklauf. Irgendwie ungewöhnlich der Kerl. Über die Bezeichnung "Ritter von der traurigen Gestalt" freut er sich nämlich.
-2002 Inzwischen haben sich die Größenverhältnisse der Geschwister doch sehr verändert. Durch den Eintritt in einen Tae Kwon Do-Verein scheint das Machtmonopol auf männlicher Seite sicher.
-2003 Macht sich der Eintritt der Schwester in den gleichen Verein langsam bemerkbar. Blaue Flecken sind die Folge.
-2004 Zitat von Loriot: »Frauen haben auch ihre guten Seiten.« Wohl noch nie mit zweien davon allein gelebt, wie?
-2005 Ansich ein Jahr zum heulen: Knie verdreht! Doch in naher Zukunft wird klar wie viel cooler Volleyball doch ist, statt Fussball. Damit kommt alles so mehr oder weniger ins Lot.
-2006 Der Fitnesswahn fängt an als er eigentlich aufhören sollte. Durch den Kreuzbandriss folgt verschriebenes Fitnessstudio. Fortan träumt sich Spargeltarzan zum Schwarzenegger. Doch aus Terminator ist inzwischen Gouvernator geworden. Da Cedric es nicht für auszeichnend hält Chef der Dummen zu werden, bleibt er lieber etwas schmaler.
-2007 Der Vorhang fällt zum vorerst letzten Mal. Bis dahin hat der (inzwischen zum Riesen herangewachsene) Kasper selten geheult ohne körperlichen Schmerz. Und an dem Tag hatte er offiziell auch nur was im Auge.
-2008 Absturz oder Hoffnung. 13 jahre Zwangsarbeit enden doch nicht nur fröhlich. Am Tiefpunkt angekommen gewährt die Stadt München Asyl.
-2009 Vieles steht bevor. Der Posten als Spieletester mit Millionengehalt sollte errungen werden, Bayer Leverkusen wird durch meine Führung endlich Meister und die Weltwirtschaftskrise werd ich auch noch behoben kriegen. Und mein Zimmer sollte ich mal aufräumen.
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